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... im Interview:


Wie würden Sie, Andrea Blum (Regionalbeauftragte S.-A.), jemandem den Distanzsport kurz und knapp charakterisieren:

"Distanzsport ist für das Lauftier Pferd die ideale Beschäftigung im sportlichen Bereich. Egal welcher Rasse; Größe, Alter - Distanz ist für jeden Vierbeiner geeignet. Der Distanzsport ist die Kombination aus Natur erleben, Vierbeiner verstehen, Genzen erkennen, Menschen treffen, Tierschutz und Sportsgeist vereinen - die Faszination Natur, Pferd, Mensch."

Sian Griffiths (Distanzreitzentrum): "Ausdauersport im Team mit dem Partner Pferd"


Gudrun Perowicz (Biberbachranch), worin sehen Sie die größten Chancen & Risiken rund ums Distanzreiten-, -fahren?

" Am Distanzreiten gefällt mir, das Pferd und Reiter nur dann echte Chancen haben, wenn sie tatsächlich eine Einheit bilden, die langen Strecken 'schweißen' das Paar zusammen. Mir gefällt auch, dass die Tierärzte gleichzeitig Richterfunktion haben und die Gesundheit des Pferdes im  Vordergrund steht."

Martina Zink (Tierärztin): "Chancen: Jeder kann mitmachen ohne Einschränkung bzgl. Pferderasse, Reitweise. Risiken: Dass durch übertriebenen Ehrgeiz ohne Rücksicht auf das Pferd geritten/gefahren wird."


Was würden Sie einem Einsteiger mit auf den Weg geben wollen?

Mirjam Lenz (Tierärztin):  "einen Distanzritt/-fahrt als solche/n ernst zu nehmen und sich vorher gut informieren über Anforderungen an Pferd, Reiter, Ausrüstung; oberstes Ziel: sicher und gesund ins Ziel kommen!"

Gudrun Perowicz (Tierärztin): "Mir gefällt nicht so gut, dass das Motto 'Ankommen ist gewonnen' der Anfangsjahre immer mehr in den Hintergrund getreten ist. Für mich ist immer noch wichtiger, mit einem gesunden Pferd in der Wertung angekommen zu sein ... das würde ich auch jedem Einsteiger mit auf den Weg geben."

Martina Zink (Tierärztin): "Für das Training: weniger ist manchmal mehr. Für den Ritt: 'Angekommen ist gewonnen!', alles andere ergibt sich.

Geniesst die Zeit mit eurem Pferd und in netter Gesellschaft!"

Sian Griffiths (Distanz-Trainerin, Kader- Reiterin; 12.121 km in der Wertung): "So viel übers Pferd zu lernen, wie möglich und IMMER auf sein Gefühl hören!"

 


Was ist ein Distanzreiter?

Es ist Freitag Nachmittag. Du hast Dein Auto bis unters Dach mit Deinem Equipment voll gepackt. In Deinem Pferdeanhänger ist kaum noch Platz für Dein Pferd, weil Du unzählige Vorräte an Futter und Wasserkanister geladen hast. Der Tankwart um die Ecke ist Dein bester Freund. Du lädst Dein Pferd auf und fährst mitunter mehrere hundert Kilometer, um im Regen im Halbdunkeln auf irgendeiner Wiese, die Du erst nach einer stundenlangen Irrfahrt gefunden hats, Deinen Paddock und Dein Zelt aufzubauen. Der Tierazt wartet schon auf Dich, bzw. Dein Pferd. Nachdem Du in der Meldestelle eine Unsumme an Startgeld gelassen hast, bekommst Du Streckenkarte und Checkkarte und heizt zur Voruntersuchung. Spät am Abend ist Rittbesprechung und Du versuchst im Schein der Taschenlampe noch die Reitstrecke vom Original in Deine Karte zu übertragen. Samstag früh stehst Du auf, bevor an Morgensonne überhaupt zu denken ist, damit Dein Pferd noch in Ruhe fressen kann. Dann geht es in aller Frühe los. Dein Tross hat nur eine vage Vorstellung davon, wo er Dich an der Strecke betreuuen soll und ist sich eh im Klaren darüber, dass er Dir heute nichts recht machen kann. Du reitest etliche Kilometer, schlechtes Wetter kann Dich nicht schocken, Dein Pferd trabt ja munter vorwärts. Ab und zu wirst Du unterwegs von Tierärzten oder Pulshelfern angehalten- es wird aber nur die Verfassung des Pferdes kontrolliert. Je nach Streckenlänge oder pfadfinderischer Begabung erreichst Du am Nachmittag oder Abend das Ziel. Die Nacht wird lang, weil, nachdem alle Pferde versorgt sind, das Lagerfeuer brennt und eine ganze Horde gleichartig Verrückter sich viel zu erzählen hat. Am Sonntag morgen bringst Du Dein Pferd zur Nachuntersuchung und wenn es gesund ist, bist Du glücklich, auch wenn Du Letzter warst. Du packst Deinen Kram zusammen und fährst nach langen Verabschiedungen wieder heim. Am Montag bist Du auf Arbeit hundemüde und hast das Chaos vom Wochenende noch nicht aufgeräumt. Trotzdem fieberst Du Deinem nächsten Ritt schon entgegen. - Wenn Deine Wochenenden so aussehen, bist Du wohl ein Distanzreiter (Carola Bönsch)


 


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